„ARBEIT IST ARBEIT IST ARBEIT IST… GESAMMELT, BEWAHRT UND NEU BETRACHTET“

Arbeit ist... trennend

Menschen teilen sich Arbeit, Arbeit unterteilt Menschen: nach ihrem Alter, ihren Fähigkeiten und häufig nach ihrem Geschlecht.

Früh übt sich, was gelernt sein will: Bereits Kindern wurde und wird Arbeit dem Geschlecht entsprechend zugeteilt. Erziehung und mediale Darstellungen prägen unsere Selbstwahrnehmung.

In der Landwirtschaft wurde Arbeit im Laufe der Geschichte immer stärker geschlechtlich getrennt. Im bürgerlichen Haushalt des 19. und 20. Jahrhunderts war der Mann für die Erwerbsarbeit außerhalb des Hauses und die Frau für Hausarbeit und Kindererziehung zuständig.

Heute alles kein Thema mehr?

Bei Weitem nicht: Wie „weibliche“ Arbeit von „männlicher“ Arbeit getrennt wird, hat sich zwar verändert ‒ mehr Frauen sind erwerbstätig. Doch nach wie vor sind typisch „männliche“ Berufe oft angesehener als „weibliche“. Debatten über Gender Pay Gap, Frauenquoten, weibliche Care-Arbeit und Doppelbelastung durch Beruf und Hausarbeit bestimmen die Gesellschaft.

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Inszenierungen und Idealisierungen

Eine Familie steht auf dem Feld vor einem beladenen Heuwagen. Der Mann hält scheinbar locker eine Garbe in die Luft. Die Hand einer der Frauen ruht auf der Schulter des Jungen vor ihr. Alle Familienmitglieder blicken in die Kamera. Der Moment wirkt harmonisch: Die Menschen sind bei der Arbeit – doch man sieht sie nicht arbeiten.

Die volkskundliche Fotografie war Anfang des 20. Jahrhunderts von einer Idealisierung der Landwirtschaft als vermeintlich „ursprünglicher“ Lebensform geprägt.

Im Hintergrund des Fotos ist sichtbar, dass Landarbeit in der damaligen Zeit körperlich hart war. Dort sind arbeitende Frauen zu sehen: Ihre Haltung ist gebeugt, sie blicken nicht in die Kamera und scheinen vertieft in ihre Arbeit.

Ein vielseitiger Pfarrer

Der fotografierende Pfarrer Ernst Dreher hielt Zeit seines Lebens die Menschen und deren Umgebung in Bildern fest.

Als Pfarrer hatte er eine gute Beziehung zu den Menschen seiner Gemeinde. Daher ließen diese sich gerne von ihm porträtieren. Dreher galt als besonders weitsichtig und hilfsbereit. So half er den Bauern beispielsweise mit Ratschlägen für Anbau und Ernte.

Landesstelle für Volkskunde des Landesmuseums Württemberg, Stuttgart; Fotografie von Ernst Dreher; aufgenommen um 1900-1910; gesammelt 1930er-Jahre.

Öhmden bei Donnstetten

Die zwei Mädchen stehen nebeneinander, beide halten einen Rechen in der Hand. Sie blicken ernst in die Kamera.

Das Zusammenleben in den Bauernfamilien der Zeit war primär ökonomisch begründet. Auch die Kinder mussten mithelfen. Erwerbs-, Betreuungs- und Erziehungsarbeit waren nicht voneinander getrennt. Eltern gaben Wissen und Techniken der landwirtschaftlichen Arbeit durch die Mitarbeit der Kinder an die nächste Generation weiter.

Von der schwäbischen Alb in die volkskundliche Sammlung

Die Übergabe der Fotografien des Pfarrers Dreher an die Abteilung Volkstum des  Landesamtes für Denkmalpflege ist in einem Briefwechsel festgehalten.

Der damalige Konservator August Lämmle (1876-1962) bittet Dreher 1931 um mehr Aufnahmen bäuerlichen Lebens. Er möchte die volkskundliche Bildersammlung erweitern.

Kurz zuvor wurden Drehers Fotografien in der Zeitschrift Württemberg. Monatsschrift im Dienste von Volk und Heimat, die von Lämmle herausgegeben wurde, veröffentlicht. Dreher gibt zu bedenken, dass dies einigen der abgebildeten Personen nicht recht sein könnte, so habe er doch die Aufnahmen „zunächst nur mir zur Erinnerung u. den Leuten zur Freude gemacht“.

Landesstelle für Volkskunde des Landesmuseums Württemberg, Stuttgart; Fotografie von Ernst Dreher; aufgenommen um 1900-1910; gesammelt 1930er-Jahre.

Die ganze Familie arbeitet gemeinsam?

Die Aufnahme „Heuen bei Donnstetten“ zeigt Personen verschiedenen Alters und Geschlechts. Sie halten ähnlich aussehende Arbeitswerkzeuge in den Händen. Es wirkt, als würden alle Familienmitglieder gleichberechtigt arbeiten.

Doch die Landwirtschaft war durch eine starke geschlechtliche Arbeitsteilung geprägt. Die Aufgaben der Männer waren angesehener als die der Frauen. Frauen verrichteten meist die Arbeit, die weniger qualifiziert und oft auch mühseliger war.

Eine geschlechtliche Arbeitsteilung ist nicht „natürlich“, sondern sozial und kulturell konstruiert. In Familien prägt sie grundlegende Strukturen. Durch Erziehung der Kinder bestehen diese weiter fort.

Sammeln, was zu verschwinden droht

Im Bildarchiv der Landesstelle für Volkskunde machen Fotografien aus dem landwirtschaftlichen Bereich den größten Anteil aus. Die „Abteilung Volkstum“ des Landesamtes für Denkmalpflege sammelte in den 1930er-Jahren die Fotografien bäuerlicher Arbeit und bäuerlichen Lebens des Pfarrers Ernst Dreher.

Die Landwirtschaft stellte einen immer kleiner werdenden Beschäftigungssektor dar und Landarbeit veränderte sich durch die Motorisierung der Arbeitsgeräte. Daher war das ländliche Leben für die Volkskunde interessant und sollte bewahrt werden.

Die Fotografien und vor allem das Sammeln solcher Darstellungen zeigen die Verklärung der Vergangenheit sowie die Romantisierung des Ländlichen in der damaligen Volkskunde.

Landesstelle für Volkskunde des Landesmuseums Württemberg, Stuttgart; Fotografie von Ernst Dreher; aufgenommen um 1900-1910; gesammelt 1930er-Jahre.

Vorbilder – Arbeit am Selbst

Groß, bunt und glänzend – die „Constanze“ aus den 1950er-Jahren ist glamourös. Welche Frau wäre nicht gerne wie sie?

Mit dem Beginn des Massenkonsums expandiert die Modebranche. Sie regt an zum Schwelgen, Träumen und Kaufen. Die „Constanze“ ist gefüllt mit Mode und Werbung. Frauen streben ihr nach. Sie kaufen Kosmetik, Mode und Schnittmuster. Von außen bearbeiten sie ihre Erscheinung, von innen ihre Gedanken. All das ist Arbeit am Selbst.

Bieten Frauenzeitschriften Freiheit zur kreativen Gestaltung des Selbst? Oder unterwerfen sie Frauen äußeren Zwängen?

Archiv der Alltagskultur, Tübingen; „Constanze“; hergestellt 1951; Sammlungsdatum unbekannt.

Hausfrau und Mutter oder erwerbstätige Frau? Wechselhafte Geschlechterrollen der NS-Propaganda

„Wir tragen und bauen das Reich“, heißt es auf dem linken Titelblatt von Arbeitern, Bauern und Soldaten. In der Überschrift unerwähnt – aber dennoch sichtbar – ist im Hintergrund eine Frau, die sich um ihr Kind kümmert. Neben ihr steht, symbolisch für die Hausarbeit, ein Spinnrad.

Mit dem gleichen entschlossenen Blick schauen die Frau und der Mann auf der anderen Ausgabe nach vorne. Sie mit ihrem Pflug auf dem Feld, der Soldat hingegen deutlich größer als Symbol des Krieges, das ständig über jeglicher Arbeit steht. Eine Fabrik im Hintergrund ergänzt dieses Bild: die Arbeit an der sogenannten Heimatfront, die dem Krieg dient wie der ehrenhafte Soldat.

Beide Titelbilder zeigen die klassische Rollenverteilung, welche in der nationalsozialistischen Ideologie als musterhaft gepriesen wurde. Dieses inszenierte Bild widersprach jedoch der Realität – waren Frauen doch auch erwerbstätig. Gerade im Verlauf des Krieges verschoben sich die Tätigkeiten in der weiblichen Erwerbsarbeit von Dienstleistungen oder Landarbeit immer mehr in Bereiche der kriegswichtigen Industrien.

Die NS.Frauen-Warte erschien 1932-1945 und gibt Einblick in die Propaganda dieser Zeit sowie das an Frauen gerichtete NS-Gedankengut. Diese Exemplare stammen aus einem Privatnachlass, der an die Außenstelle Südbaden des Badischen Landesmuseums überging. Zu ihrer Erscheinungszeit war die NS.Frauen-Warte für den Großteil der deutschen Bevölkerung eine gewöhnliche Lektüre und fand sich in Millionen von Haushalten.

Außenstelle Südbaden des Badischen Landesmuseums, Staufen; NS.Frauen-Warte vom April (links) bzw. Mai (rechts) 1940; gesammelt nach 1990.

Erziehung zur idealen ‚deutschen‘ Hausfrau und Mutter

Das nationalsozialistische Idealbild der deutschen Hausfrau und Mutter zeigt sich durchgehend in derNS.Frauen-WarteRatgeberartikel und Kochrezepte finden sich darin ebenso wie Schnittmusterbögen für Kleidung – tagespolitische Themen hingegen kaum.

Mädchen sollten bereits im Kindesalter mit ihren zukünftigen Aufgaben als Frau vertraut werden. Durch Kurzgeschichten und andere Berichte werden dazu Erziehungstipps gegeben. Außerdem stellen die Texte und Bilder dar, was eine gute Mutter, Hausfrau und Ehefrau ausmache: Häusliche Tätigkeiten wie Kochen oder Ordnung halten, der richtige Umgang mit Säugling, Nutztieren oder Spindel, Aufgaben von Landfrauen sowie die Geselligkeit mit anderen Frauen. Die Rhetorik macht deutlich, dass diese ‚Tipps‘ als Appell gemeint sind. Bei den Ratschlägen handelt es sich um Aufforderungen, deren Nichtbefolgung zu ächten sei.

Die NS.Frauen-Warte erschien 1932-1945 und gibt Einblick in die Propaganda dieser Zeit sowie das an Frauen gerichtete NS-Gedankengut. Diese Exemplare stammen aus einem Privatnachlass, der an die Außenstelle Südbaden des Badischen Landesmuseums überging. Zu ihrer Erscheinungszeit war die NS.Frauen-Warte für den Großteil der deutschen Bevölkerung eine gewöhnliche Lektüre und fand sich in Millionen von Haushalten.

Außenstelle Südbaden des Badischen Landesmuseums, Staufen; NS.Frauen-Warte vom Mai 1940; gesammelt nach 1990.

Gerufene Arbeitskräfte – gekommene Menschen

Im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Männer aus Italien, Spanien oder der Türkei nach Deutschland geholt, um den Hunger der deutschen Wirtschaft nach Arbeitskräften zu decken.

Zeitungsartikel der 1970er-Jahre stellten die Arbeits- und Lebensbedingungen von sogenannten „Gastarbeitern“ in Kontrast zu einer vermeintlich einheitlichen, „deutschen“ Norm. Schon Bezeichnungen wie „Fremde“, „Gäste“ oder „Außenseiter“ stellten diese Trennungen her. Statt Gemeinsamkeiten wurden so vor allem Unterschiede betont, die als nationale Eigenheiten beschrieben wurden.

Die Geschichte der Eingewanderten wurde so aus einer etablierten, „deutschen“ Perspektive geschrieben, die andere Erfahrungen ausblendete und eigene Befangenheiten und Rassismen weder reflektierte noch benannte.

Der Ordner mit der Beschriftung „Gastarbeiter“ wurde von der damaligen Badischen Landesstelle für Volkskunde in Freiburg angelegt. Er umfasst Zeitungsartikel aus den Jahren 1970-1980, unter anderem über „Gast-Arbeiter (allgem.)“, „Griechen“ und „Türken“. Doch nicht nur Berichte über Arbeitsmigration wurden darin gesammelt. Reiter über „Aussiedler“ (deutsche Zuwanderer aus Osteuropa) und „Zigeuner“ zeigen, dass ganz allgemein zu Themen wie Migration, Minderheiten und Fremdheit gesammelt wurde.

Die Artikelsammlung diente als Arbeitsablage und hatte keinen archivalischen Hintergrund. Die dafür verwendeten Sammelbezeichnungen verweisen auf ganz unterschiedliche Merkmale der Abgrenzung einer Mehrheitsgesellschaft von als fremd kategorisierten Menschen und sind längst überholt. Der Ordner ist heute selbst ein Stück Migrationsgeschichte, der uns über vergangene Sicht- und Umgangsweisen Auskunft geben kann.

Außenstelle Südbaden des Badischen Landesmuseums, Staufen; Presse-Ordner „Gastarbeiter“; angelegt 1970.

Frauen und Männer bei der Arbeit

Das Bild „Vesper in einem Schwarzwaldhof im Gutachtal“  zeigt, dass es für die Bäuerin kaum eine Arbeitspause gibt. Ihre ‚freie‘ Zeit füllt sie mit ‚sinnvollen‘ Tätigkeiten. Mit der Industrialisierung übernehmen immer mehr Landwirte eine Stelle in der Lohnarbeit. Hauswirtschaftliche Arbeiten gelten weiterhin als alleinige Aufgabe der Frau, auch wenn sie nun zusätzlich die landwirtschaftlichen Aufgaben übernimmt. Da die Hausarbeit jedoch kaum sichtbare Resultate produziert, wird sie kaum wertgeschätzt. Die als produktiv dargestellte Fabrikarbeit wird bezahlt, häusliche Reproduktionsarbeiten nicht.

Der Fotograf Alwin Tölle (1906-1998) kam während des 2. Weltkriegs zum ersten Mal in den Schwarzwald. In der Landwirtschaft sah er, wie viele andere, eine heile Welt. Besonders die Vorstellungen von weiblicher Arbeit wurden entsprechend idealisiert und in Szene gesetzt.

Außenstelle Südbaden des Badischen Landesmuseums, Staufen; aufgenommen von Alwin Tölle nach 1950; gesammelt 2003.

Frauen und Männer bei der Arbeit

Die Aufnahme „Pflügender Bauer mit Pferdegespann“ zeigt drei Personen beim Kartoffelsetzen. Auf diesem Foto werden die Vormachtstellung des Mannes und die geschlechtliche Arbeitsteilung auf einem kleinbäuerlichen Betrieb im Schwarzwald deutlich. Die Fotosammlung Tölles zeigt Männer vorrangig mit Maschinen bei der Feldarbeit. Frauen werden meist im häuslichen Kontext oder bei der Handarbeit dargestellt. Ist die Frau mit auf dem Feld abgebildet, bleibt sie meist im Hintergrund und hat entweder gar kein Werkzeug oder ein kleineres als der Mann. So entsteht der visuelle Eindruck, dass die Arbeit von Frauen weniger verantwortungsvoll gewesen sei.

Der Fotograf Alwin Tölle (1906-1998) kam während des 2. Weltkriegs zum ersten Mal in den Schwarzwald. In der Landwirtschaft sah er, wie viele andere, eine heile Welt. Besonders die Vorstellungen von weiblicher Arbeit wurden entsprechend idealisiert und in Szene gesetzt.

Außenstelle Südbaden des Badischen Landesmuseums, Staufen; aufgenommen von Alwin Tölle zwischen 1950 und 1989; gesammelt 2003.

Frauen und Männer bei der Arbeit

Das Foto „Frau beim Sticken“  zeigt eine Frau bei der Handarbeit. Kleidung und Gesichtsausdruck weisen auf den Einfluss hin, den der Fotograf auf die Situation genommen hat. Das Bild romantisiert die Arbeit von Frauen auf dem Land. Mitte des 20. Jahrhunderts war die Annahme verbreitet, Frauen hätten ein einfaches und wenig anstrengendes Arbeitsleben.

Der Fotograf Alwin Tölle (1906-1998) kam während des 2. Weltkriegs zum ersten Mal in den Schwarzwald. In der Landwirtschaft sah er, wie viele andere, eine heile Welt. Besonders die Vorstellungen von weiblicher Arbeit wurden entsprechend idealisiert und in Szene gesetzt.

Außenstelle Südbaden des Badischen Landesmuseums, Staufen; aufgenommen von Alwin Tölle zwischen 1940 und 1960; gesammelt 2003.

„Die Männer hän gor kei Ahnig!“

In dem Streitgespräch berichtet eine Bäuerin von ihren vielen verschiedenen Pflichten. Ihr Tag beginne meist vor dem der anderen Familienmitglieder und ende deutlich später. Trotz der Überlastung der Bäuerin besteht ihr Mann darauf, dass sie mehr Zeit in die Arbeit auf dem Feld investieren könne. Die Frau akzeptiert diese Forderung nicht, da der Bauer ihre alltäglichen Arbeitsaufgaben unterschätze. Aus der verklärten Sicht auf weibliche Arbeit entwickelt sich eine Diskussion über die Wertschätzung der Verantwortlichkeiten der Bäuerin.

Außenstelle Südbaden des Basischen Landesmuseums, Staufen. Tonaufnahme von 1955.

„Lippenstift auch im Taifun“

Weltrekord im Alleinflug um die Erde – aufgestellt von einer Frau. Die Pilotin Sheila Scott ist ein starkes Role Model. 1966 berichtet die Praline über diese außergewöhnliche Frau.

In den 1960er-Jahren veröffentlichen Frauenzeitschriften vermehrt Artikel über erwerbstätige Frauen. Die Emanzipation liegt in der Luft, Frauen eröffnen sich neue Berufsbilder.

Doch nach wie vor bleiben viele solcher Berufe überwiegend männlich definiert. Eine erfolgreiche Frau muss attraktiv sein. Das gilt auch für Scott: Vor jeder Landung trägt sie Lippenstift auf. Denn eine „Vogelscheuche“ will sie nicht sein. Auch mit steigender Erwerbstätigkeit bleibt die Arbeit am Selbst für Frauen wichtig.

Archiv der Alltagskultur, Tübingen; „Praline. Die Zeitschrift für die Frau von heute“; 20.09.1966; gesammelt 2000.

Wettkampf der Hausfrauen

1955 in den USA – Hausfrauen treten gegeneinander an.

Auf einer Bühne wird um die Wette gebügelt und gestickt. Wird hier Hausarbeit aufgewertet oder eine realitätsferne Idealisierung zelebriert?

Wir sehen: Frauen – jung, schön und „weiblich“. Eine Jury – alt und „männlich“. Der männliche Blick bestimmt, wie die perfekte Hausfrau zu sein hat.

In den 1950er-Jahren herrschte oft eine strikte Rollenverteilung. Hausarbeit war meist unbezahlt und wenig wertgeschätzt. Dies ändert sich langsam ab den 1970er-Jahren durch die Kritik an der sogenannten Reproduktionsarbeit. Auch heute wird über den Wert von Pflege- und Hausarbeit und die Doppelbelastung von Frauen diskutiert.

Archiv der Alltagskultur, Tübingen; „Praline. Die Zeitschrift für die Frau von heute“; Juni 1955; gesammelt 2004.

R bedeutet Reinlichkeit

Kinderbücher spielen eine wichtige Rolle bei der Erziehung. Durch die Geschichten und Bilder lernen Kinder gesellschaftliche Normen, Regeln und Werte kennen.

In diesen Kinderbüchern aus dem Esslinger Schreiber-Verlag wurde gezeigt, was in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts von Kindern als Jungen und Mädchen erwartet wurde. Solche Stereotype wirken sich auf die Wahrnehmung sozialer Rollen im (Arbeits-)Leben aus.

Die Kinderbücher sind über 100 Jahre alt. Wie hat sich die Darstellung von „männlichen“ und „weiblichen“ Rollenbildern in aktuellen Kinderbüchern verändert?

Museum der Alltagskultur, Schloss Waldenbuch; gedruckt zwischen 1878 und 1925; gesammelt 1978.