Handlungen sind die Grundlage eines jeden menschlichen und sozialen Lebens. Wenn Menschen handeln, verändern sie sich selbst und die Gesellschaft. Durch das Handeln können Menschen Vorstellungen vom ‚guten Leben‘ verwirklichen und sind dabei zugleich an die gesellschaftlichen Bedingungen gebunden. So divers wie die Vorstellungen und Bedingungen des ‚guten Lebens‘ sind auch die Praktiken:
Wir engagieren uns sozial, demonstrieren freitags auf der Straße, bemühen uns um Nachhaltigkeit. Wir kümmern uns um verletzte Tiere in der Wildvogelauffangstation, hinterfragen politische Diskussionen und spenden jährlich Geld für soziale Projekte. Wir setzen uns mit normativen Anforderungen auseinander und versuchen diesen gerecht zu werden. Oft vollziehen wir solche Alltagshandlungen, die dem Streben nach einem ‚guten Leben‘ unterliegen, unbewusst – wir folgen den Normen ganz routiniert. Manchmal müssen wir aber auch innehalten und bewusst Entscheidungen treffen. Diese Momente bezeichnet der Anthropologe Jarett Zigon als moral breakdowns. Laut ihm wählen wir dann aus einer Bandbreite von Optionen diejenige aus, die uns für uns ‚richtig‘ erscheint. Dadurch lösen wir das Dilemma auf und ermöglichen uns ein Weiter-Handeln in Routinen.
Wir gestalten, oder, wie der Soziologe Andreas Reckwitz in seinen Überlegungen zur Gesellschaft der Singularitäten sagen würde, wir „kuratieren“ unser Leben durch Darstellungen unserer individuellen Praktiken. Im jederzeit gegebenen sozialen Kontext beeinflussen wir durch unsere Praktiken die Vorstellungen vom ‚guten Leben‘ und wollen anderen zeigen, dass wir ‚gut’ und ‚richtig‘ leben.
In diesem Ausstellungsraum finden sich Einblicke in die Herstellungsweisen des ‚guten Lebens‘ in verschiedenen Forschungsfeldern: Welche Praktiken werden als die ‚richtigen‘ ausgehandelt? Wie lassen sich Vorstellungen vom ‚guten Leben‘ in unser tägliches Tun umsetzen? Welche Praktiken sind von Bedeutung, obwohl sie auf den ersten Blick vielleicht eher unwichtig erscheinen?
Die Freiheit einen Beruf frei zu wählen ist in Deutschland – zumindest in der Theorie – jedem*r gegeben. Die Ausformulierung des Berufs Yogalehrer*in ist eine sehr individuelle und selbstbestimmte Angelegenheit, da dieser keiner klaren Definition oder Regelung unterliegt. Diese Unklarheit manifestiert sich in der individuellen Lehrtätigkeit, inklusive der Auslegung, was Yoga ist und wie man es praktiziert.
Letzteres spielt selbstverständlich auch bei der privaten Ausübung eine Rolle. Während manche der Interviewten den Tag mit einer Meditation beginnen, geht es anderen darum, sich nach dem anderen, zusätzlichen Beruf körperlich zu verausgaben, oder zu erholen. Wieder andere möchten durch Yoga ein Bewusstsein für den eigenen Körper schaffen, Stress entgegenwirken, oder die eigene positive Erfahrung einfachteilen.
Die Annahmen, warum mit dem Beruf Yogalehrer*in eine Verbesserung des Lebens erzielt wird, sind unterschiedlich. Ob Yoga nun eine religiöse, spirituelle oder sportliche Praxis ist, kann nicht trennscharf beantwortet werden, da dies vom Individuum abhängt. Die Herstellung des ‚guten Lebens‘ durch Yoga und als Yogalehrer*in erfolgt auf unterschiedliche Art und Weise. Die Praktiken finden sich nicht nur im beruflichen Kontext, sondern begleiten die Yogalehrer*innen auch, oder gerade, privat.
[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/4″][vc_column_text]Yoga im Büro
Wie dieses Video der Yogalehrerin Mady Morrison zeigt, sind Yoga und der Beruf kein Widerspruch. Man muss kein*e Yogalehrer*in sein, um Yoga auch in seinen beruflichen Alltag zu integrieren und sich etwas Gutes zu tun.[/vc_column_text][vc_video link=“https://www.youtube.com/watch?v=9gjYZ-2WGOk“ video_title=“1″][/vc_column][/vc_row]
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Herstellungen eines ‚guten Lebens‘: Wohnungslosigkeit
Das ‚gute Leben‘ liegt für die Wohnungslosen, mit denen in dieser Forschung gesprochen wurde, im Ausgang aus ihrer eigenen Notlage. Da die Betroffenen in beinahe allen Lebensbereichen mit einer dauerhaften Unsicherheit konfrontiert sind, bezieht sich ein Großteil ihrer Handlungen darauf, ‚bessere‘ Lebensbedingungen zu schaffen, beziehungsweise ‚Gutes‘ aufrechtzuerhalten. Dies meint die Absicherung ihrer Grundbedürfnisse, wie die Sicherstellung von ausreichend Nahrung oder die Suche nach einem Schlafplatz. Der Wirkungsgrad solcher Handlungen reicht meist nur bis zum nächsten Morgen. Dann müssen sie erneut beginnen, ihre Lebensbedingungen aufzubauen. Durch dieses Verharren in der Gegenwart wird das Hinarbeiten auf eine alternative Zukunftsperspektive deutlich erschwert.Hoffnung lässt viele Personen trotz dessen, zusätzliche Anstrengungen unternehmen, ihre Wohnungslosigkeit zu beenden. Dabei spielt besonders Wiederholung eine bedeutende Rolle.
Viele Menschen erzählten mir, dass sie bereits etliche Versuche der Wohnungs- und Arbeitssuche hinter sich haben – Frau Hatting* berichtete von über 300 Jobbewerbungen. Gerade diese unerfüllten Hoffnungen sind es jedoch, aus denen immer wieder neue Motivation geschöpft werden kann: Es hat eben noch nicht funktioniert. Die (Zukunfts-)Vorstellung des ‚guten Lebens‘ bestimmt in solchen Fällen, neben der Erfüllung der Grundbedürfnisse, den gesamten Tagesrhythmus: Frau Peters erzählt, wie sie sich morgens einen Kaffee und Frühstück organisiert, anschließend in der Bibliothek einen Internetzugang sichert, um dann mit einer kleinen Mittagspause den Tag über nach Wohnungs- und Jobangeboten zu suchen.
Die interviewten Personen berichten jedoch auch von der Schwierigkeit, überhaupt erst an den Punkt zu kommen, aktiv auf eine bessere Zukunft hinzuarbeiten. Herr Demiray* erzählte mir, dass es sehr lang dauerte, bis er sich wert genug fühlte, um sich selbst zu helfen. Danach begann er, sich so weit wie möglich von seinem Umfeld abzugrenzen – sowohl mental als auch physisch. Die Versuchung sei sonst zu groß, „wieder ein Bier mit seinem alten Kumpel zu zischen“. Der Weg aus der Wohnungslosigkeit scheint hier von starker Selbstdisziplin geprägt zu sein. Auch das Annehmen von institutioneller Hilfe ist von großer Bedeutung, was für viele Betroffene eine moralisch schwierige Situation darstellt. Da das Ausbleiben dieser Hilfen überhaupt erst zu ihrer Wohnungslosigkeit geführt hat, wenden sich viele Personen bewusst von ihnen ab. Dann den Schritt zu gehen, dem „Feind wieder in den Arsch zu kriechen“ stellt für viele eine Belastung ihres Selbstbewusstseins dar – beinhaltet das ‚gute Leben’ für sie doch eigentlich genau das Gegenteil: Freiheit und Selbstbestimmung.
Frank vom funk-Format ,Die Frage‘ will wissen, was es mit Menschen macht, wenn sie keine finanziellen Mittel haben. Dazu trifft er sich mit dem 19-jährigen Elijah, der seit drei Jahren wohnungslos ist.
Um die eigenen Vorstellungen vom ‚guten Sterben‘ auch verwirklichen zu können, ist eine gute Planung erforderlich. Um möglichst selbstbestimmtsterben zu können und seine Wünsche bei der Planung der Beisetzung gut umsetzen zu können, ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod maßgeblich.
Wer das eigene Ableben gut organisiert, sorgt aber nicht nur dafür, dass letztendlich alles so abläuft wie geplant. Bei der eigenen Trauerfeier wird man schließlich nicht anwesend sein. Viel eher verspricht die Planungder noch lebenden Person, die Kontrolleüber das eigene Leben nicht zu verlieren und ‚alles im Griff zu haben‘. Wer sein Ableben gut organisiert hat, kann ruhigeren Gewissens die Zeit, die noch bleibt, für die schöneren Dinge des Lebens nutzen und genießen.
Richard* hat sein Ableben penibel durchgeplant. Durch seine Krebserkrankung weiß er nie, wann der Tod letztendlich eintritt, aber doch, dass es in absehbarer Zeit sein wird und unter Umständen sehr schnell gehen kann. Deshalb ist er für alle Eventualitäten gerüstet und kann dadurch soautonomwie möglich seinen persönlichen Lebensabend verbringen: Den Baum im Friedwald hat er reserviert, Vorkehrungen zur eventuell gewünschten Sterbehilfe getroffen und mit dem Bestatter abgeklärt, wie die Beisetzung aussehen soll. Die Gewissheit, dass alles gut vorbereitet ist, lässt Richard ruhiger schlafen und gibt ihm vor allem die Möglichkeit, sich die verbliebene Zeit mit angenehmeren Dingen zu beschäftigen.
Richard: Und wenn’s ganz hart wird, ich bin Mitglied bei Dignitas, also Sterbehilfe. Seit ich diese Regelungen getroffen habe lebe ich eigentlich freier. […]Und bevor es so weit kommt, dass ich dann wo in so einem Sterbezimmer liege und niemand kümmert sich um mich, mache ich das dann so. Mit meiner Freundin aus Tübingen habe ich das auch vereinbart. Sie geht dann mit.
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Der Song zum Liedtext im Begleitheft der Trauerfeier: The Incredible String Band – Talking Of The End
Viele Menschen, die ins Altenheim ziehen, sind mit einer vorher unvorstellbaren, und teils nicht frei gewählten Situation konfrontiert. Der Umzug ist begleitet von Sorgen und Bedenken. Wegen ihrer körperlichen Situation und ihrer privaten Umstände haben viele jedoch keine Alternative. Sie befinden sich folglich in einer Lebenslage, die sie sich zuvor anders vorgestellt hatten. Lässt sich trotz der ungewollten Situation ein ‚gutes Leben‘ leben? Und wenn ja, wie?
Die geführten Interviews zeigen, dass das Herstellen des ‚guten Lebens‘ im Altenheim sehr unterschiedlich abläuft. Es lassen sich dennoch allgemeine Tendenzen erkennen. Erstens ist es bedeutsam, inwieweit eigene Wertvorstellungen weiterhin gelebt werden können. Die Bewohner*innen müssen sich die Frage stellen, was ihr Leben lebenswert gemacht hat und wie sie dies auch weiterhin umsetzten können. Eine Bewohnerin schätzte vor allem das zurückgezogene Leben, das sie deshalb auch im Heim fortsetzt. Sie verzichtet auch im Heim auf das Miteinander, nimmt an keiner Veranstaltung teil und isst allein. Sie setzt auf Kontinuitätund kann so weiterhin ihre Vorstellung des ‚guten Lebens‘ umsetzen. Schwierig wird es, wenn Wertvorstellungen und Bedingungen weiter auseinander liegen. So lebte beispielsweise eine andere Bewohnerin vor ihrem Umzug in einem großen, liebevoll eingerichteten Haus mit vielen Tieren. Das Leben mit den Tieren und das Dekorieren des Hauses waren für sie sehr wichtig. Im Altenheim kann sie dies nicht mehr tun, sie fühlt sich unterfordert und fehl am Platz. Das Fortsetzen und ‚Fortleben‘ der eigenen Werte ist folglich zentral für das ‚gute Leben‘ im Altenheim.
Zweitens zeigt sich aber auch, dass die Zukunftsperspektive eine entscheiden Rolle spielt. Je zufriedener die Bewohner*innen mit ihrer aktuellen Situation waren, desto unwichtiger wurde die Zukunft. Wenn sie mit ihrer gegenwärtigen Situation zufrieden sind, sehen sie sich auch noch in näherer Zukunft im Altenheim. Dadurch vermischen sich Gegenwart und Zukunft. Was heute ist, kann auch morgen sein. Die Zukunft verliert dadurch immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig sind diejenigen, die ihre Zukunft nicht im Altenheim sehen, unzufrieden mit ihrer Situation. Sie können mit ihrem alten Leben noch nicht abschließen: Sie sind mit ihrer Gegenwart nicht zufrieden und wünschen sich folglich eine andere Zukunft. Das ‚gute Leben‘ kann für diejenigen nur in einer veränderten Zukunft gelebt werden.
Wie das ‚gute Leben‘ im Altenheim konkret hergestellt wird, ist individuell. Das Überdenken, Fortleben oder Verändern der Wertvorstellungen ist dabei jedoch zentral und hat zur Folge, dass sich die Perspektive auf Zukunft und Gegenwart verändern.
„[N]icht mit den Zähnen knirschen, sondern mach‘s Beste draus […] Ich freue mich an allem, was mir auch kleinen Genuss bringt und alle anderen Unzulänglichkeiten, die sind halt da, aber ich reg mich nicht auf.“
Veränderungen im Konsumverhalten stehen im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Umwälzungen. In Anbetracht der omnipräsenten Klimakrise wandelt sich das Verständnis von Ressourcenverschwendung, sodass die Kreislaufwirtschaft zum Schlagwort für ein holistisches ökonomisches System geworden ist und Recyceln, Reparieren oder Wiederverkauf von Dingen immer häufiger praktiziert werden. So versuchen auch minimalistisch lebende Menschen wie Georg* ihren Sachbesitz zu reduzieren und übertragen diese ‚Philosophie‘ auf weitere Lebensbereiche wie Essen, Arbeit und Reisen. Er folge beispielsweise einer vegetarischen Ernährung aufgrund der Umweltverträglichkeit. Angesichts der Auswirkungen auf den Planeten verzichte er vollkommen auf den Verzehr von Fleisch. In Marcs* Augen kann dennoch schon der Besuch im Supermarkt Minimalist*innen vor ein persönliches Dilemma stellen: Das Einkaufen im Discounter führe zum inneren Konflikt mit sich selbst, ob es Bio-Lebensmittel oder welche aus einem herkömmlichen Anbau sein sollen. Muss es saisonales Gemüse sein und was ist, wenn das Bio-Gemüse in Plastik verpackt ist und das Herkömmliche nicht? Und warum nicht gleich auf den Wochenmarkt einkaufen?
In solchen Fällen erweist sich das minimalistische Prinzip, als schwierig mit dem Alltag zu vereinen und es muss mit sich selbst ausgehandelt werden, ob und wie stark man davon abweicht. Das eigene Moralempfinden kollidiert mit eigenem ‚Fehlverhalten‘, was einen Zustand der Zerrissenheit darstellt. Während dieser Reflexion des persönlichen Verhaltens ist Kreativität von Nöten, um die ethische Glaubwürdigkeit zu bewahren. So erklärte Marc* mir, dass er seine vergessene Tupperdose für den Kauf von Scheibenkäse als Leichtsinnsfehler verbucht und sich versprochen habe, das nächste Mal nicht so nachlässig zu sein. Es wird sich darauf berufen, dass die eigene minimalistische Lebensweise ohnehin besser sei als der Durchschnitt. Für Samuel* ist Minimalismus ein fortlaufender Prozess, der sich über mehrere Jahre erstrecken kann – und Fehlermachen beinhalte.
In Bezug auf ihren individuellen Sachbesitz versuchen Minimalist*innen diesen aktiv zu verkleinern, indem sie in ihren Augen unnötige Dinge verkaufen, verschenken oder spenden. Die Entscheidung Gegenstände aus ihrem Besitz zu entfernen treffen die interviewten Minimalisten meist in Anbetracht bestimmter Kriterien und Anforderungen, die die Dinge erfüllen müssen. Im Gegensatz zur gesellschaftlichen Norm, die davon ausgeht, dass das Haben besser ist als Nicht-Haben, lehnt Minimalismus dies ab und versieht die Leere mit einer positiven Bedeutsamkeit. Laut Patrick*, einem minimalistisch lebenden IT-Angestellten, sei es wünschenswert so wenig wie möglich zu besitzen, um die eigene Lebensqualität zu messen und eine Form von Bestätigung zu erfahren. Für ihn entscheide meistens der funktionale Zweck sowie die Frage „Macht mich dieses Objekt glücklich?“ über den Verbleib eines Gegenstands. Jeder Besitzgegenstand müsse konkrete Funktionen erfüllen und täglich benutzt werden, um eine andauernde Berechtigung im Haushalt der Minimalist*innen zu haben. Die Praktik des Ausmistens wird allgemein als positiv assoziiert und bietet für die interviewten Minimalisten die Möglichkeit am persönlichen minimalistischen Lebensweg zu arbeiten.
* Bei dem Namen handelt es sich um ein Pseudonym.
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Herstellungen eines ‚guten Lebens‘: Lesbische Frauen
Ein erster, zentraler Schritt zum lesbischen Leben ist das sogenannte Coming-out to self, also die Erkenntnis sich selbst gegenüber lesbisch zu sein. Die Interviewpartnerinnen, die lange mit der Unsicherheit lebten, dass „was nicht stimmt“, empfanden dies als erleichternd. Gleichzeitig führt diese Erkenntnis direkt zu der Entscheidung, wie frau damit umgehen möchte. Sich auch anderen gegenüber zu outen ist oftmals – je nach Vorwissen und Vorannahmen über das Gegenüber – mit der Angst verbunden, abgelehnt zu werden. Wer offen lesbisch leben und als lesbisch anerkannt werden will, kommt in der ‚Normalität‘ der Heteronormativität nicht darum herum, dieses aktiv herzustellen. Alle Interviewpartnerinnen, mit denen ich sprach, unterschieden Situationen, in denen sie sich (eher) outen und welche, in denen sie es nicht tun. Das gilt sowohl für diejenigen, die sich mir als geoutet vorstellten und ihr Coming-out als abgeschlossen beschrieben, als auch für diejenigen, die sagten, sie seien noch nicht out, sich mir aber als Lesbe vorstellten. Wann genau ein Outing stattgefunden hat, ist also eine Frage der Wahrnehmung der einzelnen Frauen.
Im Abwägen in einzelnen Situationen hierarchisieren die Frauen Aspekte des ‚guten Lebens‘. Das Dilemma besteht darin, dass sich die Frauen vor die Wahl zwischen Dingen gestellt sehen, die sie beide für zentral für ein gutes Leben halten – und fürchten einen Teil dieser Werte zu riskieren. Jarrett Zigon spricht in solchen Entscheidungssituationen von moral breakdowns. Seiner Auffassung nach entscheiden sich die Menschen aus einer Auswahl von Möglichkeiten für diejenige, die sie ein für sie moralisch tragbares Leben leben lässt. Linda, die sich nach dem Erhalten der Postkarte, mit der Absenderin traf, entschied sich für ein Leben mit dieser und verließ dafür ihren Mann. Allerdings musste sie einen „hohen Preis dafür zahlen“, indem sie beispielsweise nicht mehr in dem großen Haus und anfänglich nicht mit ihren Kindern leben konnte sowie deutlich mehr Erwerbsarbeit nachgehen musste. Lesbische Frauen können also handelnd dazu beitragen, die Bedingungen für ein gelungenes lesbisches Leben positiv zu beeinflussen. Allerdings erfordert dies in allen Fällen Mut, denn Verluste sind nicht unwahrscheinlich.
Doch auch wenn Frauen sich dagegen entscheiden, sich zu outen, müssen sie Umgangsweisen finden. Um sich vor dem Risiko zu schützen, müssen sie sich im Ausweichen, darunter auch in ‚Notlügen‘, üben. An dieser Stelle kann Zigon jedoch widersprochen werden: Die Frauen, die sich als nicht out verstehen, drücken aus, dass sie mit dieser Umgangsweise nicht glücklich sind. Sie sagen von sich selbst, es mangle ihnen an Mut. Außerdem sehen die Frauen sich nur begrenzt als freie Akteurinnen: Weniger eine gleichberechtigte Wahl zwischen zwei Möglichkeiten, sondern vielmehr „Leidensdruck“ und Alternativlosigkeit habe oder werde sie zum Coming-out bewegen. Denn für sie steht fest: Sie können nichts daran ändern, dass sie lesbisch sind.
Stolz sein, Mut machen, Anmachen… Einen Aufkleber dieser Größe (30 x 10 cm) klebten sich die Besitzer*innen ans Auto. Doch auch für die Mehrheitsgesellschaft unbekannte Symbole und Dresscodes ermöglich(t)en es lesbischen Frauen Zugehörigkeit zur ,,Szene“ auszudrücken. Manche dieser Codes wurden zu Stereotypen geformt, wie beispielsweise das Karohemd und die raspelkurzen Haare.
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Freundschaft und Herstellungen eines ‚guten Lebens‘
Das aktive Tun und Durchführen, das bewusste oder unbewusste Handeln ist ein zentraler Wesenszug von den Freundschaften, die wir führen. Wir praktizieren unsere Freundschaften und ‚haben‘ sie nicht einfach nur, wir verändern und gestalten sie. Freundschaftspraktiken sind immer verbunden mit bestimmten Vorstellungen, die wir versuchen umzusetzen. Wenn wir gemeinsam lachen, uns verzeihen, gemeinsam etwas unternehmen oder wenn wir Gespräche führen, dann praktizieren wir auch immer gewisse Ideen und soziale Konzepte.
Anne* ist es wichtig, regelmäßig Kontakt zu ihren Freundinnen zu suchen, auch wenn sie sich lange nicht gesehen haben. Über die Zeit hat sie viel mit ihren Freund*innen ausgetauscht und sich mit ihnen gemeinsame Wissensräume geschaffen, in denen man sich kennt. Sein Leben miteinander teilen– das tun wir, weil wir es uns vorstellen und wir stellen es uns vor, weil wir es tun. Bei Melanie äußerte sich diese Vorstellung in gemeinsamen Kochabenden, die sie und ihre Freundin traditionell einmal im Monat durchführten. Manchen Freund*innen reicht eine Tasse Kaffee und ein gutes Gespräch. Paul hingegen genügt es nicht, sich zusammen zu setzen und zu plaudern. Er bevorzugt konkrete Aktivitäten wie zum wöchentlich zum Sport gehen.
Über diese Regelmäßigkeiten hinaus gibt es auch spezielle Freundschaftspraktiken, welche die Individualität und Zuneigung zueinander ausdrücken können. Neben dem gemeinsamen Reisen ist es für Lea und Luan wichtig, ihre Freundschaft visuell zu praktizieren. So entstand der Instagram-Account, den sie für ihr Freundschaftssymbol, den Pelikan, anlegten. Manchmal wird es im Laufe unserer Freundschaften schwerer bestimmte Vorstellungen umzusetzen und so bringt uns zum Beispiel räumliche Entfernung als fehlende Bedingung eines körperlichen Beisammenseins dazu, uns andere Praktiken zu suchen, um diese Vorstellungen noch erfüllen zu können. Wo bei vielen das Telefon herhält, entstehen bei anderen Brieffreundschaften oder, wie bei Paul, das gemeinsame Spielen von Computerspielen, während man über Headsets miteinander spricht und sich austauscht. Wir werden kreativ und verändern unsere Praktiken oder, wenn wir diese nicht anpassen können oder wollen, unsere Vorstellungen. Manche Freundschaften halten diesem Prozess der Veränderung und des Aushandelns nicht Stand und so kann es sein, dass sie versiegen, während andere sich umformen oder neue entstehen.
Kaffee trinken, Sport, ins Kino gehen, im Park sitzen, Musik machen, Spieleabende oder Konzerte. Es gibt unzählige Praktiken, die wir mit unseren Freund*innen ausüben. Nicht selten zieht es uns dabei auch vor die Bildschirme bei gemeinsamen Film- oder Serienabenden.
Die Serie „friends“
Die Serie „friends“, die als US-Sitcom 1996 auch in Deutschland anlief und von dem Leben der sechs Freund*innen in New York erzählt, zog damals viele Menschen gemeinsam vor die Fernseher.
Motivationsvideos auf YouTube basieren auf dem Prinzip des Coachings, einem Format, bei dem die Zusehenden und -hörenden direkt angesprochen werden. Bilder und Eindrücke in den Videos transportieren Botschaften: beispielsweise vom letzten Urlaub oder Personen präsentieren sich direkt in einem erstrebenswerten Setting. Über diese Bildsprache wird suggeriert, dass auch die Zuschauenden all das erreichen können, wenn sie sich so motivieren, wie die Person im Video es vorgibt.
Motivation auf YouTube wird also durch das Vorleben oder Vormachen vermittelt. Vor allem bei Fitnessmotivationsvideos wird anhand der motivierenden Person gezeigt, wie Motiviert-Sein funktioniert. Die Zuschauenden sollen diese Personen nachahmen und deren motiviertes Mindset übernehmen. Um die Veränderung des Mindsets geht es auch in den Videos, in denen ein motiviertes Leben zu mehr Erfolg und persönlicher Freiheitbzw. ‚Glück‘ führen soll. Dieses Mindset wird von der Person in dem Video angeboten, damit die Zuschauenden den gleichen Erfolg haben können. Die Videos werden zu Unterrichtseinheiten, in denen ein*e Lehrer*in etwas erklärt. Dies wird in den Motivationsvideos noch deutlicher, die Tipps geben, um sich im Alltag zu motivieren. Hier werden meist einfach anzuwendende Tipps für ein motiviertes bzw. ‚glücklicheres‘ Leben gegeben, welche man selbst schnell umsetzen kann.
Motivation wird also als ein Antrieb verstanden, der helfen soll, das eigenen Leben zu verbessern. Sie wird darüber hergestellt, dass man durch die Vermittlung von Motivationsstrategien selbst anfängt, sich aus sich heraus intrinsisch zu motivieren. Das ultimative Ziel dabei ist es, dauerhaft motiviert zu sein und dadurch ein ‚glücklicheres‘ Leben zu führen.
In respektvollen Mensch-Hund-Beziehungen versuchen die Menschen, ein möglichst ‚gutes Leben‘ für ihre Hunde herzustellen. Hundehaltung ist in unserer Welt ein großer Markt, der zeigt wie bedeutend Hunde in unserer Kultur sind: Krankenversicherungen für Hunde, Biofutter, Rohfutter, Spielzeug, Hundefernsehen, sogar der öffentliche Raum ist mit Hundewiesen und -stränden sowie Kotbeutelspendern auf unsere vierbeinigen Freund*innen ausgerichtet. Wir bemühen uns, ihre Bedürfnisse zu erfüllen, wollen, dass es ihnen ‚gut‘ geht und gehen selbst in der Fürsorgeauf. DieVerantwortung, die wir für ein anderes Lebewesen tragen, das auf diese Fürsorge angewiesen ist, macht uns selbst glücklich – wir haben eine Aufgabe, jemand braucht uns, wir wachsen gemeinsam mit unseren Hunden in der Beziehung und erleben sie als sinnstiftend für unser Leben.
In der Fürsorge für unsere Hunde zeigt sich, dass verschiedene Praktiken eine Rolle spielen. Die abgebildete Hundeleine von Mia* symbolisiert die Praktik des Gassigehens, die für ihren Menschen Philipp* viel mehr ist, als einfach nur mit Mia spazieren zu gehen. Philipp ist es wichtig, dass Mia sich nicht langweilt und sich sowohl körperlich wie auch geistig auslasten kann. Beide haben einen großen Bewegungsdrang und gehen gerne lange joggen oder Fahrradfahren, wobei Philipp immer einen Ball für Mia in der Jackentasche trägt und immer wieder Pause macht, um mit ihr zu spielen. Dabei nutzt Philipp die Leine nur an der Straße, damit die schreckhafte Mia nicht aus Versehen vor ein Auto läuft, und lässt sie sonst freilaufen.
Im Wald oder auf dem Feldweg trägt nicht Mia, sondern Philipp die Leine um seinen Hals. Damit Mia auch ohne Leine in seiner Nähe bleibt, übt er regelmäßig mit ihr, auf Kommando anzuhalten oder zu ihm zurück zu kommen. Die Hundeleine symbolisiert neben der Praktik des Gassigehens also noch mehr: Sie zeigt Philipps Verantwortung undFürsorgefür Mia – für ihre Sicherheit an einer Straße und für ihr Wohlbefinden, wenn sie sich ohne Leine bewegen darf. Gleichzeitig zeigt die Hundeleine aber auch, dass für beides – Sicherheit und Freiheit – Erziehung nötig ist, mit der wir unseren Hunden Regeln beibringen, damit das Zusammenleben in unserer auf Menschen ausgerichteten Welt für alle ‚gut‘ funktionieren kann.
*Bei dem Namen handelt es sich um ein Pseudonym.
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Herstellungen eines ‚guten Lebens‘: Mehrgenerationenhaus
Das Mehrgenerationenhaus bietet den Mitbewohner*innen und seinen Gästen vor allem Möglichkeiten, an verschiedenen Angeboten und Treffen teilzunehmen. Das ‚gute Zusammenleben‘ wird also durch die Tatsache ermöglicht, dass viele Leute die angebotenen Möglichkeiten wahrnehmen und aktiv daran teilnehmen: Sie praktizieren. Durch ihr Kommen und ihr Handeln setzen sie die Vorstellungen vom gemeinschaftlichen Zusammenleben in die Tat um. Die Senior*innen, die im Mehrgenerationenzentrum wohnen, treffen sich beispielsweise jeden Dienstag zum Frühstück, um sich dabei gegenseitig auszutauschen. Sie erzählen sich Geschichten, schauen gemeinsam Bilder von vergangenen Treffen an oder sie berichten und fragen nach dem allgemeinen Gemütszustand. Es sind die kleinen kommunikativen Aufmerksamkeiten der gegenseitigen Nachfrage, die zeigen, dass sie Fürsorge tragen, dass sie an der Gemeinschaft interessiert sind. Die Mütter und Väter, die gemeinsam mit ihren Kindern das Mehrgenerationen-Café – dort auch ‚Wohnzimmer‘ genannt – besuchen, trinken und essen, spielen und lachen oder suchen dort Unterstützung bei den Mitarbeitenden, die mit Rat und Tat bei Problemen zur Seite stehen. Während eines solchen Alltags im Mehrgenerationenzentrum sind es aber auch die kleinen Gefälligkeiten, die zeigen, dass alle dort präsenten Personen an ihrem Gegenüber interessiert sind. Man setzt sich zu fremden Leuten an den Tisch, hält sich gegenseitig die Tür auf, räumt das Geschirr selbstständig weg oder gibt für ein paar Minuten auf die spielenden Kinder acht, falls Mutter und Vater gerade abwesend sein sollten.
Es gibt Gruppen, die gemeinsam jeden Dienstag einen Spielenachmittag veranstalten, des Weiteren gibt ein Literaturcafé die Möglichkeit Wissenswertes zu erfahren, während im Sprach- und Kulturcafé der interkulturelle Austausch und Kontakt geschult und hergestellt werden. Auf Festen, wie dem Sommerfest oder dem Kinderfasching kommen Jung und Alt zusammen, während sie durch ein buntes Programm unterhalten werden. Es sind also (exemplarisch) Praktiken des Redens, Essens, Hinterfragens, Spielens, Bastelns und Unterstützens, Aufmerksamseins, Fürsorgetragens, die aus dem Zusammenleben im Mehrgenerationenzentrum ein ‚gutes Zusammenleben‘ herstellen. Ein Produkt einer dieser Praktiken des Zusammenkommens ist auch das auf dieser Webseite präsentierte ‚Brezelsäckchen‘, das während des Sommerfestes an der Bastelstation für Kinder zusammen mit Mitarbeiter*innen und Kindern hergestellt wurde.
Beim Rundentisch diskutierten Frauen jeden Alters über die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, aber auch darüber, welche Rolle das hundertjährige Frauenwahlrecht in der Geschichte einnimmt und wo wir heute stehen. Kommunikation und gegenseitiges Interesse sind Werte, die den Umgang im Mehrgenerationenhaus mitgestalten.
Zum Elternwerden gehört die Gestaltung dieses besonderen Lebenswandels: sowohl die Geburt als auch die das Arrangement einer neuen Gemeinschaft mit Kind muss ‚hergestellt‘ werden. Mit dem Beginn der Schwangerschaft werden Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt, Schwangerschaftskurse besucht und die Art und Weise ausgewählt, wie die Geburt vonstattengehen soll. Während sie sich einig sind, dass die Geburt ein ‚schönes Erlebnis‘ ist, gehen die Meinungen meiner Interviewten darüber, wie eine ‚gute Geburt‘ durchgeführt werden sollte, auseinander.
Wie die Mehrheit der in Deutschland lebenden Eltern entschied sich ein Teil der Elternpaare für eine klassische Krankenhausgeburt. Sie argumentierten, dass ihnen die ärztliche Betreuung und die medizinische Ausstattung des Krankenhauses einSicherheitsgefühlgaben. Sie verbanden die Geburt mit einem großen Sicherheitsrisiko. Diese Angst vor der Geburt ist auch unter Frauenärzt*innen verbreitet: „Die Geburt ist […] höchst gefährlicher Zeitpunkt im Leben des Menschen anzusehen. Minuten entscheiden über Gesundheit, Krankheit oder Tod, weshalb die klinische der Hausgeburt unbedingt vorzuziehen ist.“ (Stellungnahme des Berufsverbands Deutscher Frauenärzte, 31. Oktober 2011).
Der andere Teil meiner interviewten Eltern entschied sich für eine sogenannte ‚natürliche‘ Geburt im Geburtshaus oder einer anthroposophischen Klinik, wie sie zu 2% in Deutschland praktiziert wird. Sie erzählten, dass sie während der Geburtsvorbereitungen lernten, ihre Angst vor der Geburt abzubauen und auf ihre ‚weiblichen Instinkte‘ zu vertrauen. So hätten sie die Geburt selbstbestimmt als ein ‚natürliches‘ Erlebnis und weniger als medizinisches Risikomanagement erfahren. Bei der Gestaltung der ‚guten Geburt‘ vertrauten die einen also eher einem Arzt und der klassischen Medizin, während andere eher sich selbst und alternativen medizinischen Wissen vertrauten.
Beim Elternwerden wird das Familienarrangement mit Kind neu ausgehandelt: Die Zeit wird knapper, Absprachen müssen getroffen, Arbeit aufgeteilt und Prioritäten neu gesetzt werden. Dabei muss die Zeit für Erwerbsarbeit und Ausbildungswege, Freizeitund Familienleben‚gut‘ verteilt werden. In verschiedenen Familienmodellen, die sich bei meinen Interviewten zeigten, wurden diese Sphären anders gewichtet. Bei einem Paar stand die finanzielle Sicherheit der Familie im Mittelpunkt. Da Er mehr Geld verdient, geht er Vollzeit arbeiten, während Sie zu Hause bleibt und auf die Kinder aufpasst.
Bei vielen meiner Interviewpartner*innen zeigte sich auch die Idee von ‚egalitärer Elternschaft‘, bei der Familie, Beruf und eigene Interessen in Balance gehalten werden sollten. Dabei erzählte eine Mutter, dass es für sie und ihren Partner eine Weile gedauert habe, diese Balance zu finden, da sie zunächst in keinem Bereich Abstriche machen wollte, was aber zu ständigem Stress führte. Eine andere Mutter berichtete, dass sie und ihr Partner stets den nächsten Tag genau durchplanen, sodass die Aufgaben auch fair verteilt werden. Die Divise dieser Eltern für eine ‚gelungene‘ Elternschaft war: Eine gleichberechtigte Arbeitsaufteilung der Elternpaare und weniger finanzielle Sicherheit, dafür mehr auf Freiheit und Freizeitfür die Familiengemeinschaft sowie für sich selbst.
Der Verein Motherhood e. V. setzt sich für eine sichere Geburtskultur in Deutschland ein. Krankenhäuser seien aufgrund von Unterversorgung und Personalmangel alles andere als Orte, an dem Frauen sicher gebären können.
„Diese unzureichende Betreuung während der Geburt [Klinikgeburt] gefährdet Mutter und Kind. Komplikationen werden erst spät erkannt. Ein Resultat sind mehr Interventionen und steigende Kaiserschnittraten.“
Die Elterninitiative fordert daher die Sicherung des Rechts auf eine selbstbestimmte Geburt und auf freie Wahl des Geburtsortes.
„Die Nachfrage nach Beleg-, Geburtshaus- und Hausgeburten übersteigt das Angebot. Das Recht auf freie Wahl des Geburtsortes ist für viele Frauen nicht gegeben. Die flächendeckende sichere Versorgung wird abgebaut.“